Gaborone – „Gabs“ oder „GC“ für die, die hier leben – ist eine der jüngsten und entspanntesten Hauptstädte Afrikas. Sie hat keine koloniale Altstadt und keine berühmte Skyline. Was sie hat: Platz, Ordnung, freundliche Menschen, Wildtiere am Stadtrand und die bestmögliche Einführung in eines der erfolgreichsten Länder des Kontinents.
Eine sehr kurze Geschichte
Die meiste Zeit der Kolonialära wurde das Protektorat Betschuanaland von Mafikeng aus verwaltet, einer Stadt außerhalb der eigenen Grenzen in Südafrika. Als Anfang der 1960er-Jahre die Unabhängigkeit näher rückte, brauchte man eine neue Hauptstadt. Die Wahl fiel auf eine kleine Siedlung mit Bahnstation am Notwane River namens Gaberones, benannt nach Kgosi Gaborone von den Batlokwa, dessen Dorf Tlokweng gleich nebenan liegt. Es gab Wasser – ein Damm ließ sich bauen –, die Eisenbahn war da, und der Ort war nicht die Hauptstadt einer der großen Tswana-Gruppen.
1964 begannen die Bauarbeiten; Damm, Parlament, Main Mall und die ersten Häuser waren rechtzeitig zur Unabhängigkeit am 30. September 1966 fertig. Die Planer rechneten mit einer Stadt von 20.000 Einwohnern. Dann wurden 1967 bei Orapa Diamanten gefunden. Botswana wurde binnen einer Generation von einem der ärmsten Länder der Welt zu einem Land mit mittlerem Einkommen, und seine Hauptstadt – 1969 in Gaborone umbenannt – wächst seither. Heute leben hier rund eine Viertelmillion Menschen, noch einmal so viele in den umliegenden Dörfern.
Was es zu sehen gibt
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten behandeln wir ausführlich in unseren Guides unter Sehenswertes. Kurz gefasst:
In der Stadt Mokolodi Nature Reserve
Nashörner und Giraffen, fünfzehn Minuten von der Stadt
Ein gemeinnütziges privates Reservat in den felsigen Hügeln südlich von Gaborone, gegründet 1994. Auf Pirschfahrten siehst du Giraffen, Zebras, Kudus, Gnus und Breitmaulnashörner; in Erinnerung bleibt vor allem das geführte Nashorn- und Giraffen-Tracking zu Fuß. Es gibt ein Restaurant, Chalets und einen Campingplatz – ideal auch für eine Nacht außerhalb der Stadt.
In der Stadt Gaborone Game Reserve
Eine Pirschfahrt innerhalb der Stadtgrenzen
Ein kleines umzäuntes Reservat am östlichen Stadtrand am Notwane River, eröffnet 1988. Die Schotterpisten lassen sich mit einem normalen Pkw befahren; zu sehen sind Zebras, Elenantilopen, Kudus, Impalas, Gnus, Warzenschweine, Strauße und Grünmeerkatzen, dazu gibt es Vogelbeobachtungsstände und Picknickplätze. Günstiger und schneller kommst du in Botswana nicht zu Wildtieren.
In der Stadt Kgale Hill & Gaborone Dam
Der schlafende Riese über der Stadt
Der 1.287 Meter hohe Hügel am südwestlichen Stadtrand ist die Lieblingswanderung der Hauptstädter: etwa eine Stunde hinauf zu einem Blick über die ganze Stadt, das Buschland und den Gaborone Dam. Der Stausee darunter versorgt die Stadt seit den 1960er-Jahren mit Wasser und hat einen Yachtclub und ruhige Aussichtspunkte am Ufer – und am Fuß des Kgale liegt in den Romanen Mma Ramotswes Detektivbüro.
In der Stadt Three Dikgosi Monument & CBD
Drei Häuptlinge, die ein Land bewahrten
Bronzestatuen, 5,4 Meter hoch, von Khama III., Sebele I. und Bathoen I. – den Häuptlingen, die 1895 nach Großbritannien reisten, um ihr Land vor dem Zugriff von Cecil Rhodes zu bewahren. Das 2005 enthüllte Denkmal steht im neuen Central Business District, nicht weit vom High Court, dem Parlament und dem Regierungsviertel.
Routenvorschläge
Ein Tag
Vormittags die Stadttour: Three Dikgosi Monument, Parlament, Main Mall. Mittagessen auf der Terrasse des President Hotel. Am späten Nachmittag durchs Gaborone Game Reserve fahren oder für eine Pirschfahrt nach Mokolodi, zum Abschluss Abendessen im CBD.
Zwei Tage
Tag eins wie oben. Am zweiten Tag zum Sonnenaufgang auf den Kgale Hill, mittags zu Botswanacraft und ins Thapong, nachmittags Nashorn- oder Giraffen-Tracking in Mokolodi. Oder du überlässt die Organisation dem geführten Zweitagespaket.
Drei bis vier Tage
Dazu eine Runde nach Norden zu Matsieng, Mochudi und Oodi und ein halber Tag nach Westen nach Kolobeng und Manyana. Mit einem vierten Tag geht es für ein, zwei Nächte nach Madikwe – oder per Flug in den Norden.
Sicherheit
Botswana ist eines der stabilsten und am wenigsten korrupten Länder Afrikas, und Gaborone ist für regionale Verhältnisse eine sichere Stadt. Die Probleme, die es gibt, sind meist Gelegenheitsdelikte: entrissene Handys und Taschen, aufgebrochene Autos an Malls, gelegentliche Überfälle nach Einbruch der Dunkelheit.
- Nimm nachts ein Taxi oder einen Ride-Hailing-Wagen, statt zu laufen, auch für kurze Strecken.
- Lass Handy und Kamera auf der Straße und in Combis nicht sichtbar; lass nichts im geparkten Auto liegen.
- Steig nicht allein oder spät am Tag auf den Kgale Hill.
- Auf der Straße sind Vieh und Wild nach Einbruch der Dunkelheit die größte Gefahr, dazu Raser an Wochenenden.
Geld
Die Währung ist der Pula (BWP), was „Regen“ bedeutet – ein Segen in einem trockenen Land –, unterteilt in 100 Thebe. Er zählt zu den stabileren Währungen Afrikas; als grobe Orientierung lag der Kurs bei 13–14 Pula je US-Dollar, prüfe aber den aktuellen Wert. Geldautomaten stehen in allen Malls und akzeptieren internationale Karten, Visa und Mastercard werden weithin genommen, und südafrikanische Rand werden nahe der Grenze mitunter informell akzeptiert – verlass dich aber nicht darauf. In Restaurants sind etwa 10 % Trinkgeld üblich, sofern der Service nicht enthalten ist.
Essen und Trinken
Das Nationalgericht ist Seswaa: Rindfleisch, mit Salz gekocht, bis es zerfällt, und dann gestampft. Dazu gibt es Bogobe (Sorghumbrei) oder Phaletšhe (Maisbrei), Morogo (wildes Blattgemüse) und oft Dikgobe (Bohnen mit Maisgrütze). Botswanisches Rindfleisch ist ausgezeichnet, Steakhäuser bieten viel fürs Geld. Probier Magwinya (Fat Cakes) vom Straßenstand, Phane (getrocknete Mopane-Raupen), wenn du neugierig bist, und hausgemachtes Ingwerbier. Rooibos – Mma Ramotswes „Buschtee“ – steht auf jeder Karte. Restaurants ballen sich in den Malls: Riverwalk, Game City, Airport Junction, Masa Centre und im CBD.
Leitungswasser in Gaborone wird in der Regel aufbereitet und gilt als trinkbar, viele Besucher bevorzugen dennoch Flaschenwasser.
Gesundheit
Gaborone und der Südosten gelten im Allgemeinen als frei von Malariarisiko; der Norden des Landes (Okavango, Chobe) ist Malariagebiet, besonders von November bis Juni. Die privaten Krankenhäuser der Stadt haben einen guten Standard, eine Reiseversicherung ist unverzichtbar. Auf über 1.000 Metern ist die Sonne stark – benutze Sonnencreme und trink viel Wasser. Eine Gelbfieberbescheinigung ist nur nötig, wenn du aus einem Land mit Gelbfiebervorkommen einreist. Hol vor der Reise aktuellen ärztlichen Rat ein.
Sprache und Umgangsformen
Englisch ist Amtssprache und wird fast überall gesprochen; Setswana ist die Nationalsprache und die, die du auf der Straße hörst. Begrüßungen sind sehr wichtig. Sag „Dumela, rra“ zu einem Mann und „Dumela, mma“ zu einer Frau, bevor du um etwas bittest, und du wirst herzlich empfangen. „Ke a leboga“ heißt danke; „Pula!“ ist der nationale Jubelruf.
Praktische Details
- Zeit: Zentralafrikanische Zeit, UTC+2, ohne Sommerzeit.
- Strom: 230 V; Steckdosen sind meist vom britischen dreipoligen Typ G sowie von den in Südafrika üblichen Rundstift-Typen D und M. Bring einen Adapter mit.
- Telefon und Internet: Die Landesvorwahl ist +267. Lokale SIM-Karten von Mascom, Orange und BTC gibt es in den Malls gegen Vorlage des Reisepasses; die mobile Datenabdeckung in der Stadt ist gut.
- Öffnungszeiten: Büros meist werktags 8–17 Uhr; viele Geschäfte schließen samstagnachmittags, und das alte Zentrum ist sonntags ruhig, die Malls bleiben aber offen.
- Feiertage: An den langen Wochenenden um den President’s Day (Juli) und den Unabhängigkeitstag (30. September–1. Oktober) leert sich die Stadt, weil die Menschen in ihre Heimatdörfer fahren.
- Was einpacken: ganzjährig leichte Kleidung, Hut und Sonnencreme; von Mai bis August eine warme Jacke, wenn die Nächte bis nahe an den Gefrierpunkt abkühlen können; geschlossene Schuhe für den Busch; Fernglas.

